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Erfolgschancen
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G E R I C H T L I C H E ( N I C H T - ) A N E R K E N N U N G
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Bevor man einen (vermeintlichen) Reisemangel durchprozessiert, ist es immer sinnvoll, schon vorab die Chancen des Prozeßerfolgs zu erkunden. Auch hierzu wurde die Schlotmann-Studie reanalysiert.
Welche Reisebeeinträchtigungen wurden gerichtlich als Mangel anerkannt? Welche nicht?
Das Verhältnis der Differenz zwischen nicht anerkannten Fällen und anerkannten Fällen zur Gesamtzahl entsprechender Fälle berechnet die Mißerfolgs-Wahrscheinlichkeit vor Gericht, bzw. den Risikoindex für die jeweilige Mängelart. Der Index erhält den Wert Null, wenn kein Unterschied zwischen anerkannten und nicht anerkannten Reisemängel besteht. Der Risikoindes erhält den Wert 100, wenn alle Klagen einer Mangelart abgelehnt werden, d.h. die Ablehnungs-Wahrscheinlichkeit 100 Prozent ist. Die Statistik beschreibt die anteilige gerichtliche Anerkennung der 10 häufigsten Mangelarten sortiert nach diesem Risikoindex. Danach besteht praktisch eine signifikante (> 5%) oder hoch signifikante (>10%) Wahrscheinlichkeit, vor Gericht unterzugehen bei allen Mängel mit Ausnahme des "Baulärms im Umfeld" des Reiseziels. Das Risiko ist besonders hoch bei schlechter "Beförderung", ungeniesbarer "Verpflegung" und schlechtem "Service". Die Ablehnungschance ist nur niedriger bei schlechtem "Freizeitprogramm" und "Baulärm im Objekt".
Der Mängelart kommt insofern ganz erhebliche Indizwirkung für den Prozeßerfolg zu.
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U R T E I L S A N A L Y S E V O N R E I S E R E C H T S V E R F A H R E N
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Eine Analyse der Urteile von Reiserechtsverfahren ergab, daß 80% der Klageabweisungen aufgrund fehlender formaler Voraussetzungen erfolgte. (reanalysierte Daten von Regina Schlotmann, 1993) Bei 13% der Klageabweisungen waren Fristen versäumt wurden und nur bei 4% der abweisenden Urteile war die Klage unberechtigt.
Fazit: Ohne Anwalt im Reiseprozeß besteht eine sehr große Chance der Klageabweisung aufgrund formaler Fehler.
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V E R F A H R E N S E R L E D I G U N G A N A M T S G E R I C H T E N
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Verfahrensmenge: 11.600
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anteilig
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Erledigung durch
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4 901
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42%
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Urteil
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1 305
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11%
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Versäumnisurteil
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2 917
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25%
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Vergleich
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1 059
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9 %
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Klagerücknahme
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611
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5%
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Verweis/Abgabe an anderes Gericht
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E N T S C H E I D U N G S G R Ü N D E D E R K L A G E A B W E I S U N G E N
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Aus welchen materiellen und formellen Gründe wurden die Klagen von den Gerichten zurückgewiesen? Warum wurden die Beanstandungen von den Gerichten nicht als Reisemängel anerkannt?
Die Urteilsanalyse von Schlottmann(1993) weist nach, daß in über einem Viertel der Klagen die Mängel nicht detailliert vorgetragen wurden und bei einem knappen Viertel der Klagen, der Prospekt das bemängelte Angebot überhaupt nicht enthielt. Jede 11. Klage wurde wegen "typischer Urlaubsbeeinträchtigung" abgeweisen und bei jeder 12. Klage handelte es sich um eine "bloße Unannehmlichkeit" bzw. "Ortsüblichkeit". Zusammen basieren also wieder gut ein Viertel auf den typischen Lebensverhältnissen im Urlaubsland. Zusammen mit noch einigen anderen Ablehnungsgründen ergibt sich ein doch erschreckendes Fazit: Drei Viertel der Kläger sind offensichtlich Querulanten.
Freilich gibt es berechtigte und gerichtsanerkannte Reisemängel. Manche Reiseveranstalter wollen nur das "schnelle Geld" machen. Und in manchen Hotels oder bei manchen Dienstleistern ist das Personal nicht genug trainiert. Wenn dadurch Ihr Urlaub beeinträchtigt wurde, ist es Ihr gutes Recht, für Ihre Urlaubsbeeinträchtigungen entschädigt zu werden. Dabei unterstützen wir Sie.
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A U F T E I L U N G D E R G E R I C H T S K O S T E N
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Nur in etwas mehr als der Hälfte der Reiserechts-Verfahren erging ein Urteil, wobei bei jedem 10. Verfahren der beklagte Reiseveranstalter nicht zum Gerichtstermin erschien und ebenfalls fast jeder 10. Unzufriedene seine Klage zurücknahm.
Eine Abfindungsvereinbarung mit dem Reiseveranstalter ist ein übliches Verfahren zur Streitschlichtung. Für den Reiseveranstalter liegt der besondere Reiz darin, daß nicht weitere Minderungssätze durch ein Urteil festgeschreiben werden.
Die Aufteilung der Gerichtskosten verdeutlicht auch das Prozessrisikio.
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V O N D E N V E R F A H R E N T R U G D I E G E R I C H T S K O S T E N
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Verfahren
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anteilig
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2300
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26%
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der Kläger ganz
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2375
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27%
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der Klager teilweise
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713
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8%
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jede Partei zur Hälfte
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802
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9%
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der Beklagte teilweise
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2318
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27%
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der Beklagte ganz
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212
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2%
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sonstige Entscheidung
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8720
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Verfahren mit Kostenentscheidung
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H O H E S P R O Z E S S R I S I K O
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Unberechtigt oder teilweise unberechtigt waren 62% der Klagen, berechtigt oder nur teilweise berechtigt waren 44% die Klagen. Haben die Kläger ein zu hohes Anspruchsniveau, da 2/3 der Klagen vor Gericht zumindest teilweise scheitern?
Andererseits ist erfreulich, daß über ein Viertel der Klagen zum Erfolg führten. Hochgerechnet auf die 35 Millionen Reisen machen diese 2.300 erfolgreiche Klagen aber gerade mal 0,6% aller Reisen aus, bzw. 0,1 % der 1,75 Mio Reisemängel.
Weitere Einzelheiten können der Justizstatistik der Zivilgerichte Fachserie 10 Reihe 2.1 - 2005 des Statistischen Bundesamtes entnommen werden.
Fazit: Eine Klage zum Reiseverkehrsrecht ist mit einem hohen Prozessrisiko verbunden, da über die Hälfte der Klagen scheitert.
Empfehlung: Nutzen Sie alle Möglichkeiten der außergerichtlichen Streitschlichtung.
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Z I V I L P R O Z E ß S A C H E N 2 0 0 5 B E I D E N A M T S G E R I C H T E N
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gesamt
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alte Bundesländer
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neue Bundesländer
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Bevölkerung
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82,437 Mio
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100%
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69,093 Mio
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(84%)
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13,345 Mio
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16%
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Zivilprozesse
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1.449.260 (100%)
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100%
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1.242.340
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86%
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206.920
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14 %
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Reisevertragsrecht
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11.600 (0,8%)
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100%
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11.098
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96%
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502
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4 %
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Z I V I L P R O Z E ß S A C H E N 2 0 0 5 B E I D E N L A N D G E R I C H T E N
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gesamt
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alte Bundesländer
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neue Bundesländer
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Zivilprozesse
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430.236
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371.996
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58.240
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Reisevertragsrecht
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402
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371
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31
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W I R D I N M I T T E L D E U T S C H L A N D W E N I G E R G E K L A G T ?
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Zwar leben in den NBL 16% der Bevölkerung, aber nur 14% der Zivilprozesse werden dort geführt. Beruhen diese 24% weniger Klagen in Mitteldeutschland dies auf mangelnder Rechtskenntnis, anderen informellen Verfahren der Streitschlichtung, wie sie unter der DDR-Diktatur geprägt wurden oder unterentwickeltem Selbstbewußtsein nach 12 Jahren selbstgewähltem Nationalsozialismus und 45 Jahren oktroyiertem Staatssozialismus? Haben 57 Jahre Unfreiheit das Rechtsbewußtsein der Mitteldeutschen verringert?
Es bleibt eine rechtssozialpsychologische Fragestellung, die aufgrund der vorliegenden Daten nicht geklärt werden kann.
Aber auch von den Reisevertragsrecht-Verfahren werden nur 4% in den NBL entschieden. Sind die Mitteldeutschen weniger reklamationssüchtig? Oder traut man sich beim Reiserecht weniger zum Gericht?
Nein, es ist ein statistisches Artefakt, denn die Klagen werden beim Gerichtsort des Reiseveranstalters geführt - und der liegt vorwiegend in den alten Bundesländern.
Angesichts der 1,75 Mio. Reisemängel verdeutlicht diese Zahl von nur 12.002 Reiserechtsvefahren bei den Amts- und Landgerichten (= 0,1 %), daß die Tourismusbranche die Mängel in ersten Linie abschaltet. Dem Urlauber soll der Erholungswert nicht geschmälert werden, denn jede Negativerfahrung wird 20 Anderen berichtet. Negativpropaganda kann sich die Reisebranchen aber nicht leisten. Das Beschwerdemanagment der Reisebranche ist absolut und im Verhältnis zu den anderen Branchen hoch entwickelt. Die Servicementalität ist voll entwickelt, so wie sich die Verbraucher das in allen Branchen wünschen.
Autor: Dr. Wolf Blass
© Reisemängel-Portal 2007 - Ansprüche durchsetzen - Erfolgschancen
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